Daß Amerika ( d.h. vor allem die Regierung und Industrie) seine Kultur nach aussen tragen will und am liebsten auch im Nahen Osten verankert sieht, weiß jeder. Doch das reisende amerikanische Volk ist in dieser Mission eher zurückhaltend und zeigt sich ausgesprochen offen gegenüber anderen Kulturen und Menschen. So besuchten mich vor ein paar Tagen Scott und Beverly Pressmann hier im Schwarzwald.
Seit nunmehr 10 Monaten waren Sie mit ihren Bike Friday Reiserädern unterwegs und hatten Ihre Ausrüstung im praktischen Samsonite Reisekoffer, installiert auf einem Anhänger Rahmen, untergebracht. Diese Kombination erwies sich als sehr praktisch, da sie ihr Gepäck sicher abgeschlossen im Koffertransportieren konnten. Wenn sie von einem Land zu einem anderen flogen, packten sie das Reisegepäck in einen Sack und das Faltrad von Bike Friday mit dem Trailer in den Koffer. Damit war das Rad bei Flügen stoßfest verpackt und konnte meist kostenlos - eben als Rad nicht erkennbar - mitfliegen. Mit nur zwei Gepäckstücken kamen sie so gut um die Welt und sahen die für Radfahrer interessantesten Regionen der Welt.

Trotz des 9 kg schweren Anhängers ( Trailer 3kg, Koffer 6 kg ) waren sie absolute Gewichtsfetischisten. Das Zelt war von Tarptent - einem in den USA beheimateten Unternehmen s welches auf der Basis des klassischen Tarps Zelte baut, die aber einen Boden und eine " Seitenwand" haben. Die Pressmanns waren mit diesem Zelt 10 Monate unterwegs und waren damit überglücklich. Das Geniale an diesem sehr geräumigen Zwei Personen Zelt: es wog nur schlappe 1,5 kg ! Es besteht lediglich aus einer beschichteten Aussenhülle mit einem in Bodennähe rundum laufenden Moskitonetz, welches für optimale Durchlüftung sorgt. Die Pressmann bestätigten, dass durch diese optimale Belüftung eine Kondenswasserbildung fast ausgeschlossen war. Keine Frage - an ein Hilleberg Zelt kommt Tarptent nicht ran, doch wer in den Tropen und warmen Regionen unterwegs ist, sollte mit dem Tarptent gut klar kommen. Ein weiteres geniales Produkt war die Isoliermatte von Exped. Scott, der mit 1,90 auch gut 90 kg auf die Waage brachte war schier begeistert von der Matte, denn auf seiner 10 monatigen Tour schlief er mit seinen 55 Jahren super bequem auf dieser mit Daunen gefüllten Matte. Mit 193x65 cm war sie gerade richtig für ihn und mit 1,1 kg nett leicht. Doch der Clou steckt in der Aufblastechnik: der mitgelieferte Aufbewahrungssack dient als Pumpe für die Isomatte. Beverly hatte die Matte in einer Minute aufgepumpt. Dank der Kombination aus Daunen und Luft kann die Matte bis zu -24° genutzt werden. Ich durfte probeliegen und war selbst völlig begeistert.
Ich bin ja selbst immer auf der Suche nach leichten und praktischen Utensilien für die Radreise und diese Isomatte ist die ideale Ergänzung zu meinem TEMPUR Reisekissen. Nein... ich mache hier keine Scherze: ohne das gehe ich nicht mehr auf Reisen, denn es läßt sich auf 25 x 9 cm zusammenrollen, ist aber entpackt ein vollwertiger Ersatz für mein großes Daunenkissen. Die Pressmanns blieben eine Nacht bei uns und erzählten uns von ihrer Reise. Auf die Frage, wo es sich denn am schönsten radeln ließ kam eine schon oft gehörte Antwort: Thailand, Deutschland und die Schweiz. Warum: wegen der guten Strassen, Radwege und Infrastruktur für Radfahrer. Aus eigener Erfahrung kann ich dies vor allem auch für Thailand unterstreichen. Das Land gilt meines Erachtens noch als Geheimtipp für Radfahrer, denn es bietet sowohl von der Strassen- als auch Verkehrsqualität her hervorragende Bedingungen an und ist für Radfahrer kulinarisch ein Traum. Hierzu aber mehr in einem anderen Beitrag. Die Pressmanns fuhren noch weiter bis Holland, um dann zwei Wochen später ihre Weltreise zu beenden. Mehr Bilder gibt es auf einem Online Fotoalbum zu sehen.